Jeder dritte Mensch über 65 Jahren stürzt mindestens einmal im Jahr. Die Folgen reichen von Prellungen und Blutergüssen bis hin zu Oberschenkelhalsbrüchen, die oft eine langwierige Spitalsbehandlung in der Asklepios Klinik Langen nach sich ziehen. Noch gravierender ist oft die unsichtbare Folge: die sogenannte Sturzangst. Aus Furcht vor dem nächsten Sturz bewegen sich Betroffene immer weniger, wodurch die Muskulatur weiter abbaut und das Risiko Paradoxerweise steigt.
Ein aktives Gegensteuern ist in jedem Lebensalter möglich und lohnt sich ab dem ersten Tag.
1. Stolperfallen in den eigenen vier Wänden entschärfen
Rund drei Viertel aller Stürze ereignen sich in der vertrauten Wohnung. Gehen Sie mit kritischem Blick durch Ihre Räume:
- Teppichkanten und Läufer: Lose Teppiche, hochstehende Ecken und glatte Brücken sind Sturzursache Nummer eins. Fixieren Sie Teppiche mit rutschfesten Unterlagen oder entfernen Sie sie ganz.
- Beleuchtung: Schwache Glühbirnen und dunkle Flure bergen Risiken. Bringen Sie helle, blendfreie LED-Leuchten an und nutzen Sie Bewegungsmelder oder Nachtlichter für den nächtlichen Weg zur Toilette.
- Kabel und Gegenstände: Telefonkabel, Verlängerungsschnüre, Schuhe im Flur und Zeitungsstapel gehören nicht auf den Fußboden.
- Badezimmer: Nasse Fliesen in Dusche und Wanne sind spiegelglatt. Rutschhemmende Matten, ein stabiler Duschklappsitz und fest verschraubte Haltegriffe geben sofortigen Halt.
2. Bewegung ist die beste Medizin: Angebote in Langen
Wer rastet, der rostet: Ohne regelmäßige Reize verliert der Körper ab dem 50. Lebensjahr kontinuierlich Muskelmasse und Reaktionsschnelligkeit. Bereits einfache Übungen stärken Beine und Gleichgewicht:
TV 1862 Langen e.V.
Der TV Langen hält zertifizierte Bewegungsprogramme für Seniorinnen und Senioren bereit:
- Sturzprophylaxe & Gleichgewicht: Gezieltes Training von Standfestigkeit, Reaktionsvermögen und sicherem Aufstehen.
- Rehasport Orthopädie: Mit ärztlicher Verordnung (Muster 56) kostenfrei über die Krankenkasse abrechenbar.
- Adresse: Berliner Allee 81, 63225 Langen, Telefon: 06103 9104-0.
3. Hilfsmittel aus dem Sanitätshaus: Die richtige Beratung
Ein passender Rollator oder eine Gehstütze schenkt Selbstvertrauen im Freien. Doch Vorsicht vor billigen Discounter-Modellen: Ein Rollator muss exakt auf Ihre Körpergröße und Handgelenkshöhe eingestellt sein, sonst führt er zu Fehlhaltungen und erhöht das Sturzrisiko.
In Langen beraten Sie qualifizierte Sanitätshäuser (unter anderem Sanitätshaus Seeger in der Bahnstraße sowie Sanitätshaus Langen in der Fahrgasse) individuell und ermöglichen Probefahrten. Bei ärztlicher Verordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Standardmodelle bis auf die gesetzliche Zuzahlung.
4. Der Hausnotruf: Sicherheit rund um die Uhr
Sollte es trotz aller Vorsicht zu einem Sturz kommen, zählt jede Minute. Ein Hausnotrufsystem gewährleistet, dass Sie jederzeit Hilfe rufen können, selbst wenn das Telefon unerreichbar auf dem Tisch steht:
Der Sender am Handgelenk
Über einen wasserdichten Funksender, der als Armband oder Halskette getragen wird, verbinden Sie sich per Knopfdruck direkt mit der 24-Stunden-Notrufzentrale. Die Mitarbeiter sprechen über eine Freisprecheinrichtung in Ihrer Wohnung mit Ihnen und verständigen sofort Angehörige, den Nachbarn mit Schlüssel oder den Rettungsdienst.
Zuschuss der Pflegekasse: Liegt ein Pflegegrad vor, übernimmt die Kasse nach § 40 SGB XI 25,50 Euro monatlich für die Grundgebühr. Regionale Anbieter sind das DRK Kreisverband Offenbach e.V. und die Johanniter-Unfall-Hilfe.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Können auch Medikamente zu Stürzen führen?
Ja, sehr häufig sogar. Blutdrucksenker, Schlaf- und Beruhigungsmittel oder Antidepressiva können Schwindel, Benommenheit und plötzliche Blutdruckabfälle beim Aufstehen verursachen. Bitten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt in Langen um einen regelmäßigen Medikamentencheck.
Wie stehe ich nach einem Sturz richtig auf, wenn ich unverletzt bin?
Bleiben Sie zunächst ruhig liegen und atmen Sie tief durch. Rollen Sie sich langsam auf den Bauch, stützen Sie sich auf die Knie und Hände und krabbeln Sie zu einem stabilen Möbelstück (z.B. Bett oder schwerer Sessel). Ziehen Sie sich dort mit beiden Händen behutsam hoch.